Es gibt sie als Elefant, Känguru oder Riesenrad und sie stehen fast unsichtbar vor Apotheken, Gemüseläden oder Supermärkten, in Fußgängerzonen oder Einkaufspassagen: Kinderfahrautomaten. Wie Relikte aus einer längst vergangenen Zeit scheinen sie bis heute geduldig auf den Moment zu warten, in dem ein Kind vorbeikommt und seine Mutter fragt: "Mama, darf ich mit dem Elefanten fahren?" Der Film „Einwurf zwanzig Pfennig“ ist ein liebevolles Portrait dieser herrlich analogen Maschinen und der Besuch bei einem Menschen, der schon seit D-Mark-Zeiten mit dem Aufstellen von Pferden, Raketen oder Rennwagen seinen Lebensunterhalt bestreitet.


Zwanzig Pfennig einwerfen, aufsteigen und gespannt abwarten, bis sich der Elefant oder der Jumbojet rhythmisch in Bewegung setzt. Wer erinnert sich nicht an diesen aufregenden Vorgang aus der eigenen Kindheit? Doch genau wie die Erinnerungen an die eigene Kindheit verschwinden auch die Kindefahrautomaten langsam aus dem Bild unserer Städte - meint man. Wer jedoch genau hinsieht, kann sie noch entdecken in den Stadtteilen des Ruhrgebiets, in denen noch nicht alle Einzelhändler durch Filialen von großen Ketten  verdrängt wurden.


Die beiden Dortmunder Filmemacher Johannes Klais und Florian Pawliczek machen sich dem zweiten Teil ihrer  Dokumentarfilm-Trilogie über analoge Automaten auf die Suche nach den letzten noch verbliebenen Kinderfahrautomaten ihrer Heimatregion. Und sie entdecken sie in allen Zuständen: verrostet, mit verblichenen Farben, aber auch liebevoll restauriert und in Stand gehalten. Sie blicken mit viel Ruhe, Geduld und Liebe zum Detail auf die Vielfalt der unterschiedlichen Automatenmotive. Stille, exakt kadrierte und im Cinemascope-Format gedrehte Bilder lässt der Film "Einwurf zwanzig Pfennig" in langen Einstellungen für sich stehen. Die Filmemacher laden Ihre Zuschauer ein, sich Zeit zu nehmen, für geduldige Beobachtungen und eigene Assoziationen zwischen der Lebensrealität eines Automaten-Aufstellers aus Selm und der Poesie von urbanen Landschaften in denen sich bis heute noch vereinzelt Elefanten, Kängurus und Riesenräder verstecken.



Einwurf zwanzig Pfennig

Dokumentarfilm, D-2017, 11 Min.


Regie, Kamera, Schnitt: Johannes Klais und Florian Pawliczek

Produzent: Florian Pawliczek


Originalton: Michael Brieden

Sounddesign und Mischtonmeister: Oscar Stiebitz

Farbkorrektur: Felix Hüsken, Farbkult

gefördert mit Mitteln der Film- und Medienstiftung NRW


Drehformat: 4K Digital

Bildformat: Cinemascope 2,35:1

Tonformat: 5.1 und 2.0

Vorführformate: DCP 4K, DCP 2K BlueRay, DVD Video

Einwurf zwanzig Pfennig

Dokumentarfilm, D-2016, 11 Min.


Geschichten über Elefanten, Riesenräder und die Cayman Islands.


von Johannes Klais und Florian Pawliczek


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